Auf den Siplingerkopf – Wandern in der Nagelfluhkette

Das besondere Gestein in dieser Region gibt der Nagelfluhkette ihren Namen. Nicht umsonst gaben die Einheimischen der Bergkette den Beinamen „Herrgottsbeton“, denn die Gesteinsmasse dieser Berge erinnert tatsächlich sehr an Beton.

Blick auf den Siplingerkof in der Nagelfluhkette

Nagelfluhkette wandern – Der Siplingerkopf

Die Wanderung in der Nagelfluhkette auf einen Blick

3
Schwierigkeit
4 Std.
Gehzeit
10 km
Länge
je 750 Hm
Höhendifferenz

Die Eibe von Balderschwang

Erst im 18. Jahrhundert entstand in dem bis dahin nur als Alpweide genutzten Balderschwanger Tal das ganzjährig bewohnte Dorf Balderschwang. Lange Zeit war die Entwicklung des zu Deutschland gehörenden Ortes dadurch behindert, dass es nur von Österreich her erreichbar war. Erst durch die 1961 gebaute Riedbergpassstraße entwickelte sich das kleine Bergdorf zu einer respektablen Fremdenverkehrsgemeinde. Wer sich für Naturphänomene interessiert, der findet an unserem Anstiegsweg zum Siplingerkopf die »Eibe von Balderschwang«, die mit einem geschätzten Alter von 2000–4000 Jahren zu den ältesten Pflanzen in Europa zählt.

Die Nagelfluhkette – wandern auf den Heidenkopf

Die Eibe von Balderschwang

Die Eibe von Balderschwang

Vom Hof »Bin schwarza Stürer« führt uns eine geteerte Alpstraße zur uralten »Eibe von Balderschwang«, die bald auf den sonnigen Weiden links der Straße steht. Weiter wandern wir auf der Teerstraße an der Oberen Socher-Alpe vorbei durch die Südhänge des Siplingerkopfes bergan, bis wir oberhalb der Unteren Balderschwanger-Alpe eine flache Talmulde erreichen. Dort biegen wir rechts auf einen schmalen, zum Siplingerkopf ausgeschilderten Steig ab. Nach einem nahen Zaun halten wir uns rechts und steigen an einzeln stehenden Fichten zu einer Wegkreuzung. Wer nicht ganz trittsicher oder mit Kindern unterwegs ist, der wählt hier den rechten Weg, der direkt zum Siplingerkopf hinaufführt, sowohl für den Anstieg wie für den Abstieg.

Vorbei an felsigen Türmen und Gassen

Felsdurchsetzte Bergwiesen Wir halten uns hier jedoch links und folgen der schmalen Spur, die uns durch felsdurchsetzte Bergwiesen und links einer bizarren Nagelfluhwand zu einer Kreuzung auf dem Bergrücken bringt. Auf ihm steigen wir nach rechts und umgehen einen ersten Felskopf mit Hilfe eines Drahtseiles.

Über einige harmlose Felstürme und durch eine enge Felsgasse klettern wir auf den kreuzgeschmückten Gipfel des Heidenkopfes (1645 m). Zum ersten Mal öffnet sich der Blick nach Norden zum Hochgrat und Rindalphorn und wir können den folgenden Wegabschnitt zum Siplingerkopf überblicken.

Rundum-Panoramablick vom Siplingerkopf

Wandern in der Nagelfluhkette

Blick zur Südflanke des Siplingerkopfes

Über einen Bergkamm zum Siplingerkopf
Vom Gipfel führt uns ein guter Steig in eine bewaldete Scharte, von der aus wir auf einem schmalen Grat einen Bergkopf ersteigen. Jenseits geht es über einen Grat in eine von eigenartigen Nagelfluhfelsen überragte Scharte hinab. Ein rot markiertes Weglein leitet uns anschließend über eine niedrige Wandstufe zu einem bewaldeten Bergkamm, auf dem wir auf den einfacheren Anstiegsweg treffen. Entweder über den felsigen Grat oder auf dem einfacheren Weg wenige Meter rechts steigen wir zu einer Scharte hinauf, von der wir links nach wenigen Metern das Gipfelkreuz auf dem Siplingerkopf (1746m) erreichen. Hier öffnet sich eine nahezu grenzenlose Rundumsicht. Im Osten und Süden ragen über dem Illertal die Gipfel der Allgäuer Hochalpen auf und im Westen reicht der Blick über Vorarlberg und das Rheintal bis weit in die Schweizer Bergwelt.

Eine Gratwanderung zurück ins Balderschwanger Tal

Vom Gipfel gehen wir wieder in die nahe Scharte und folgen dem zur Oberen Wilhelmine-Alpe ausgeschilderten Steig, der in gleich bleibender Höhe durch Grashänge zum Ostrücken führt. Auf ihm steigen wir zu einer Steilrinne hinab, durch die uns ein lehmiges Weglein weiter bergab führt. Bald queren wir mit Hilfe einer Kette rechts einen Gratrücken zu einer weiteren Rinne, durch die wir schnell den Bergfuß erreichen.

Nun geht es in gleich bleibender Höhe durch den Wiesenhang, bis wir rechts zur nahen Oberen Wilhelmine-Alpe absteigen können.Von der Alpewandern wir auf dem Alpsträßchen abwärts zu der vom Anstieg her bekannten Teerstraße, die links an der »Alten Eibe« vorbei zum Ausgangspunkt bei Balderschwang hinabführt.

Wanderkarte Nagelfluhkette – Siplingerkopf

Nagelfluhkette wandern - Wanderkarte Siplingerkopf

Nagelfluhkette wandern – Wanderkarte Siplingerkopf

Infos zum Wandern in der Nagelfluhkette

Wegverlauf Balderschwang – Untere Balderschwanger- Alpe – Heidenkopf – Siplingerkopf – Obere Wilhelminen-Alpe – Balderschwang
Charakter Eine aussichtsreiche Wanderung auf Alpstraßen und schmalen Steigen. Der direkte An- und Abstiegsweg von der Unteren Balderschwanger-Alpe zum Siplingerkopf ist einfacher als der Anstieg über den Heidenkopf und der Abstieg zur Oberen Wilhelmine-Alpe und daher besser für Kinder geeignet. Der Siplingerkopf bietet eine herrliche Aussicht und am Aufstiegsweg findet man mit der »Eibe von Balderschwang« eine der ältesten Pflanzen in Europa.
Ausgangs- und Endpunkt Der Abzweig eines Alpweges ca. 400 Meter östlich von Balderschwang nahe dem Hof »Bin schwarza Stürer«.
Anfahrt Mit dem im Illertal bei Fischen von der B 19 auf die nach Balderschwang ausgeschilderte Straße, die über den Riedbergpass zum Ausgangspunkt führt. Parkmöglichkeit am Straßenrand. Gute Busverbindung von Balderschwang über den Riedbergpass nach Fischen und Oberstdorf.
Gehzeiten Balderschwang – Untere Balderschwanger- Alpe 0.55 Std. – Heidenkopf 1.15 Std. – Siplingerkopf 0.35 Std. – Balderschwang 1.15 Std.
Beste Jahreszeit Juni bis Oktober
Karte Topografische Karte 1:50 000 des Bayer. Landesvermessungsamtes, Blatt Allgäuer Alpen.
Einkehr In der Unteren Balderschwanger-Alpe.
Informationen Gäste-Info Balderschwang, Dorf 16, 87538 Balderschwang, Tel. 08328/10 56, Fax 08328/265, E-Mail: info@balderschwang.de, www.balderschwang.de
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