Durch die Breitachklamm bei Oberstdorf

Als tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas ist die Breitachklamm ein imposantes Naturdenkmal, das jeden in seinen Bann reißt. Auch und gerade bei Regen ist die Klamm einen Besuch wert, denn je mehr Wasser sich durch die enge Schlucht zwängt, desto eindrucksvoller ist das Naturschauspiel.

Die Breitachklamm bei Oberstdorf auf einen Blick

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Schwierigkeit
1,15 Std.
Gehzeit
3,5 km
Länge
je 140 Hm
Höhendifferenz
Breitachklamm Oberstdorf

Breitachklamm Oberstdorf – Engstelle des Breitachtales

Die Breitachklamm liegt am nördlichen Eingang in das Kleinwalsertal nahe der Staatsgrenze zwischen Deutschland und Österreich. Zwei Wege ermöglichen den Zugang zur Klamm. Die schmale, tief in die kreidezeitlichen Schrattenkalke geschnittene Felsschlucht bietet eines der beeindruckendsten Naturschauspiele im weiten Umkreis. Zwischen den glatten, überhängenden Felsen tobt die wasserreiche Breitach am Grund der Klamm. An der Oberkante bleibt im engsten Schluchtabschnitt nur eine wenige Meter breite Spalte offen, durch die kaum Licht in den tiefen, engen Felsspalt dringt. Fast meint man hier durch eine Höhle zu wandern. Der Steg, der teils hoch über dem Klammgrund und teils nahe dem gischtenden Wasser entlangführt, scheint an die feuchten Wände geklebt. Vor allem im Frühjahr, wenn zur Zeit der Schneeschmelze die Breitach reichlich Wasser führt, ist der Lärm in der engen Klamm ohrenbetäubend.

Noch geht es auf gemütlichen Wegen Richtung Breitachklamm

Breitachklamm Oberstdorf

Breitachklamm Oberstdorf

Durch die enge Klamm Wir beginnen die Wanderung am großen Parkplatz südlich von Tiefenbach. Vorbei am Gasthof Breitachklamm erreichen wir nach wenigen Schritten das moderne Eingangsgebäude. Auf gut ausgebautem Weg geht es über Wiesen zur nahen Breitach. Noch ist nichts zu erahnen von dem dramatischen Naturschauspiel, das uns erwartet. Gemächlich geht es anfangs am westlichen Ufer des Flusses entlang. Doch schon bald helfen ein Tunnel und Stege, eine Felsbarriere zu umgehen.

Noch macht die Breitach ihrem Namen alle Ehre und strömt als breiter Fluss zwischen den sich allmählich aufsteilenden Hängen dahin. Doch schon muss sie sich am Grund durch harte Felsschichten graben und die zunehmend felsigeren Talflanken rücken nach und nach enger zusammen.

Im Herzen der Breitachklamm bei Oberstdorf

Der Weg steigt an und bringt uns zum Eingang in die eigentliche Klamm. Wir wechseln auf die linke, östliche Seite des Flusses, der jetzt als Wildbach durch den engen Klammgrund zwischen eingeklemmten Baumstämmen und Felsblöcken von Strudelloch zu Strudelloch tobt. Der Weg scheint teils an die glatt gescheuerten Steilwände geklebt, teils ist er in den dunklen Kalkfels gesprengt. Von den überhängenden Wänden tropft das Wasser.

Ein besonderes Naturschauspiel kann man im Winter bewundern, wenn diese Wasserfäden zu langen Eiszapfen erstarren. Kaum noch Licht erreicht hier im engsten, 50 Meter tiefen Abschnitt der Klamm den Schluchtgrund. Große Felsblöcke haben sich hoch über dem Weg zwischen den Felswänden verklemmt und verstärken den faszinierend düsteren Eindruck. An der Stelle, an der der Weg wieder zur rechten Schluchtwand wechselt, zeigt eine Messlatte, die weit über den Weg hinaufreicht, die unglaublichen Maximalwasserstände in der Schlucht an.

Noch schwindelt sich der Weg an den Felswänden entlang durch die enge Klamm, doch vor uns leuchten schon erste Sonnenstrahlen hinein. Ein Steg leitet uns wieder an die linke Talseite und der Weg steigt durch die sich nun weitende Schlucht bergan. Hoch über uns genießen die Besucher den Nervenkitzel, vom Zwingsteg in die enge Klamm zu schauen.

Spuren eines Felssturzes

Breitachklamm Oberstdorf - Zwingsteg

Breitachklamm Oberstdorf – Zwingsteg

Rechts sind bald an den hellen Farben der Felswände die frischen Abbruchspuren zu erkennen, die auf einen enormen Felssturz hinweisen. Er schüttete im Herbst 1995 50000 Kubikmeter Schutt in die Schlucht und staute einen See auf. Als das Wasser ein halbes Jahr später diese Barriere durchbrach, tobte es mit unvorstellbarer Gewalt durch die Breitachklamm, verwüstete den Weg und richtete einen Schaden von 300 000 Euro an. Vor den Resten der Felsbarriere knickt der Klammweg nach rechts ab und führt steil zum nahen Kassenhäuschen am südlichen Schluchtende hinauf.

Auf dem Zwingsteg über die Schlucht

Der Zwingsteg und verschiedene Rückwege Nun bieten sich unterschiedliche Wegvarianten für den Weiter- bzw. Rückweg an. Bevor wir uns entscheiden, folgen wir auf jeden Fall vom Kassenhaus dem steilen Treppenweg bergan. Die Karten für den Klammweg bleiben trotzdem gültig. Wer also durch die Klamm wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren will, muss kein neues Ticket lösen.

Wir steigen am östlichen Rand der Schlucht über zahlreiche Stufen bergan und genießen den Blick auf die hellen Felssturzwände am gegenüberliegenden Hang. Die Schlucht unter uns wird immer enger und bald ist eine Wegkreuzung erreicht. Rechts läuft ein steiler, nicht zu empfehlender Anstieg zur B19 hinauf, die vom Illertal ins Kleinwalsertal hinaufführt. Links überspannt der atemberaubende Zwingsteg die enge Felsspalte der Breitachklamm. Über den Steg führt ein Weg durch die Hänge des Engenkopfes zurück zum Ausgangspunkt.

Wer wieder zum Parkplatz am nördlichen Schluchtausgang zurückkehren will, dem sei der kürzere und sehr viel eindrucksvollere Weg durch die Breitachklamm angeraten. Auf jeden Fall genießen wir zuvor den atemberaubenden Blick vom Zwingsteg in die Klamm. In südlicher Richtung öffnet sich die Schlucht und wir können tief unter uns die Besucher durch die herrliche Klamm wandern sehen. Nördlich des Steges windet sich der engste und dunkelste Abschnitt der Breitachklamm durch den Untergrund. Der Verlauf der nur wenige Meter breiten Schlucht ist am Waldboden nur schwer auszumachen und das dramatische Naturschauspiel 50 Meter unter uns ist kaum zu erahnen.

Ausblick auf die Breitachklamm Oberstdorf

Spektakulärer Ausblick auf die Breitachklamm Oberstdorf

Vom Zwingsteg steigen wir auf dem Treppenweg wieder zum Kassenhäuschen hinab. Wer ohne Auto angereist ist, dem stehen jetzt mehrere Wegalternativen offen. Auf dem Steig, der den linken Talhang quert, kann man nach Süden zu einer Wegkreuzung wandern.

Links führt ein kurzer Anstieg zur Walserschanze hinauf, an der die Kleinwalsertaler im Dreißjährigen Krieg ihr Tal gegen die Schweden verteidigten. Heute quert hier die Grenze zwischen Österreich und Deutschland die Straße ins Kleinwalsertal. Eine Haltestelle der häufig befahrenen Buslinie, die Oberstdorf mit dem Kleinwalsertal verbindet, bietet eine problemlose Rückkehrmöglichkeit.

Wanderkarte zur Breitachklamm bei Oberstdorf

Wanderkarte Breitachklamm

Breitachklamm Oberstdorf – Wanderkarte

Wer die Wanderung noch ein wenig ausdehnen möchte, der kann von der Wegkreuzung unterhalb der Walserschanze einfach weiter dem Tal folgen. Der Weg wechselt bald auf die rechte Seite der Breitach und durch das nach und nach sanftere Tal kann man ohne große Mühen immer am Fluss entlang bis nach Riezlern im Kleinwalsertal wandern.

Die schönste Wegalternative ist jedoch der Rückweg durch die Breitachklamm. Mit dem geänderten Blickwinkel lassen sich neue Eindrücke sammeln.

Ganz anders scheint der Blick hinauf zum atemberaubenden Zwingsteg, auf dem wir noch vor Kurzem standen. Die Schluchtwände, der Weg und die tosende Breitach bieten auch auf dem Rückweg ein beeindruckendes Naturspektakel, das jeden in seinen Bann zieht, bis man am Ausgangspunkt die neu gewonnenen Eindrücke bei einer Rastpause verarbeiten kann.

Infos zur Breitachklamm bei Oberstdorf

Wegverlauf Parkplatz Breitachklamm – Steg – Parkplatz Breitachklamm
Charakter Die kurze und doch atemberaubende Wanderung durch die imposante Breitachklamm gehört zu den Höhepunkten eines Allgäu-Aufenthaltes. Nicht nur Kinder sind beeindruckt von den tosenden Wassermassen in der schmalen Schlucht. Wegen des felsigen und oftmals glitschigen Weges ist festes Schuhwerk anzuraten.
Ausgangs- und Endpunkt Der Parkplatz am unteren, nördlichen Eingang in die Breitachklamm.
Anfahrt Nördlich von Oberstdorf von der B 19 auf die nach Tiefenbach und zur Breitachklamm ausgeschilderte Straße und in Winkel links der Wegweisung zur Breitachklamm bis zum Parkplatz am Besucherzentrum und der Wirtschaft Breitachklamm folgen. Von Oberstdorf (Bahnstation) gute Busverbindung sowohl zum Ausgangspunkt am unteren Klammausgang als auch zur Walserschanze an der Straße ins Kleinwalsertal, die vom oberen Klammausgang schnell zu erreichen ist.
Gehzeiten Parkplatz Breitachklamm – Steg 0.45 Std. – Parkplatz Breitachklamm 0.30 Std.
Beste Jahreszeit Nur im Frühjahr bei der Schneeschmelze geschlossen
Karte Topografische Karte 1:50 000 des Bayer. Landesvermessungsamtes, Blatt Allgäuer Alpen.
Einkehr Am Ausgangspunkt oder an der Walserschanze.
Informationen Tourismus & Sport Oberstdorf, Prinzregentenplatz-Platz 1, 87561 Oberstdorf, Postfach 13 20, 87553 Oberstdorf, Tel. 08322/70 00, Fax 08322/70 02 36, E-Mail: info@oberstdorf.de, www.oberstdorf.de.
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Ein Kommentar

  1. Andreas
    Am 8. Oktober 2013 um 20:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wenn man über den Zwingsteg geht, kommt man nach ein paar Kehren und
    etwa 15 Gehminuten zur Alpe Dornach. Da kann man sich sehr gut Speisen und die wunderschöne Aussicht zum Nebel und Rubihorn genießen.

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