Alatsee, Weißensee und Ruine Falkenstein

Zwischen Füssen und Pfronten streckt sich der lang gezogene Zirmgrat, der herrliche Blicke über das österreichische Vilstal zur Nordseite der wilden Tannheimer Berge bietet.

Alatsee Ruine Falkenstein

In einer von dunklen Wäldern eingerahmten Mulde liegt der geheimnisvolle Alatsee.

Wanderung zur Ruine Falkenstein auf einen Blick

3
Schwierigkeit
3,5 Std.
Gehzeit
10 km
Länge
↑↓ 550 Hm
Höhendifferenz

Seen und Berge zwischen Füssen und Pfronten

Zwischen Füssen und Pfronte streckt sich der lang gezogene Zirmgrat, der herrliche Blicke über das österreichische Vilstal zur Nordseite der wilden Tannheimer Berge bietet. An seinem Westende trägt der Bergkamm mit der Ruine Falkenstein die Reste der einstmals höchstgelegenen Burg Deutschlands. Am Nordfuß des Zirmgrates liegt der freundliche Weißensee, der im Sommer einer der beliebtesten Badeplätze im Füssener Umland ist. Und oben auf dem Gratrücken versteckt sich in einer von steilen Waldhängen eingefassten Mulde der Alatsee.
Der malerische Bergsee, in dem man bedenkenlos baden kann, birgt einige Geheimnisse. Sein schwefelhaltiges, durch Algen rot gefärbtes Tiefenwasser ist giftig. Deshalb ist Tauchen im See lebensgefährlich und grundsätzlich verboten. Während des Zweiten Weltkrieges war der See militärisches Sperrgebiet, in dem wohl geheime Waffen getestet wurden. Noch in der Nachkriegszeit war der Zugang zum See lange Zeit gesperrt. Die Schätze, die auf seinem lebensfeindlichen Grund vermutet werden, blieben bis heute unauffindbar.

Weißensee

An heißen Sommertagen lockt der Weißensee zu einer erfrischenden Badepause.

Hinab zum nahen Weißensee

Vom Alatsee gehen wir auf der Zufahrtsstraße zurück und biegen am Ende der Parkzone links in einen Forstweg ein. Nach kurzer Strecke wechseln wir rechts auf einen beschaulichen Waldweg, der bald oberhalb des Weißensees durch den steilen Waldhang quert.
Ein steiniges Weglein ermöglicht bald einen vorzeitigen Abstieg zum Seeuferweg. Wir folgen jedoch weiter dem schmalen Hangsteig, der uns oberhalb steil abfallender Wände zur »Magnusruh« bringt.
An dieser Stelle soll sich im 8. Jahrhundert der aus St.Gallen kommende Heilige Magnus, besser bekannt als der Allgäuer Missionar St.Mang, auf seinem Weg nach Füssen ausgeruht haben. Anschließend geht es auch für uns hinab zum Ufer des Weißensees, dem wir auf breitem Weg nach links folgen. Vorbei an schönen Badeplätzen erreichen wir vor Oberkirch eine Weggabelung.
Wer seine Tour an der Bushaltestelle in Roßmoos begonnen hatte, der kann hier rechts am See entlang zur Haltestelle im nahen Oberkirch gelangen.

Der lange Weg zur Ruine Falkenstein

Die Burg Falkenstein wurde als höchstgelegene Burg Deutschlands erbaut.

Wir halten uns jedoch links und wandern über den geteerten Wanderweg hinauf zu einem Parkplatz an der B 310. Wir überqueren die Bundesstraße und folgen der »Oberkircher Straße«. Nach einem Linksknick wandern wir durch Vorderegg aufwärts, bis wir in ebenem Weideland eine Straßenkreuzung erreichen.
Hier biegen wir nach links, überqueren eine nahe Vorfahrtsstraße und wandern auf einer Brücke über die Bundesstraße nach Roßmoos. Vor und nach der Brücke führen von den nahen Haltestellen, an denen man bei Anreise mit dem Bus startet, Fußwege zu unserer Wanderroute herauf. Nach der Brücke halten wir uns rechts und gehen durch das Dorf aufwärts zu einer Kreuzung. Hier nach links und abzweigende Wege ignorierend zum Ortsrand hinauf.Wir folgen nun einem geteerten Weg durch die Wiesen aufwärts bis zu einem Kiesweg. Hier gehen wir links und steigen bald geradewegs aufwärts durch den Wald zu einer Weggabelung.

Falkensteins Ruine

Wer nicht zur Burgruine Falkenstein will und den Weg zurück zum Alatsee deutlich verkürzen möchte, der kann hier geradewegs durch die Waldhänge aufwärtswandern und erreicht erst kurz vor der Salober-Alm den Weg über den Zirmgrat. Wir biegen jedoch rechts auf einen Forstweg, der teils steil aufwärtsführt. Wenig oberhalb einer scharfen Linkskurve wechseln wir rechts auf einen Weg, auf dem wir die geteerte Zufahrtsstraße zur Burggaststätte Falkenstein erreichen. Auf ihr wandern wir bergan bis zu dem Sattel, der den Falkenstein vom Zirmgrat trennt. Hier biegen wir nach dem Abstecher zur Burgruine Falkenstein in den schmalen Zirmgratweg ab.
Zuvor folgen wir jedoch weiter der Teerstraße, die sich in Serpentinen zur Burggaststätte hinaufwindet. Bevor wir dort eine verdiente Rast einlegen, steigen wir zur nahen Burgruine hinauf, die einen herrlichen Aussichtsplatz hoch über Pfronten bietet. Stundenlang könnte man sich an die von der Sonne aufgewärmte Mauer des mittelalterlichen Palas lehnen und den Blick hinab ins Vilstal und hinüber zum steilen Felshorn des Aggensteins genießen. Doch bald treibt uns der Durst hinab zur gemütlichen Burggaststätte.

Über den Zirmgrat zurück zum Alatsee

Wir wandern von der Burggaststätte auf der Zufahrtsstraße wieder bis zum Bergsattel hinab, an dem wir rechts in den schmalen, zum Alatsee und Zirmgrat ausgeschilderten Steig einbiegen. Nur zu Beginn müssen wir uns steil bergauf mühen. Bald quert der Weg durch die Nordflanke des Einerkopfes bis vor den Sattel, der Zwölfer und Einer voneinander trennt. Nach wenigen Metern Anstieg erreichen wir diese aussichtsreiche Scharte, von der man rechts aufwärts den Einerkopf ersteigen kann.

Vom Falkenstein geht der Blick am Zirmgrat vorbei zum Weißensee und zu den Ostallgäuer Bergen.

Auf den Zirmgrat

Der Zirmgratweg quert jedoch geradewegs ohne große Anstiege die Nordflanke des Zwölferkopfes, bis wir die Gratschneide erreichen. Auch hier besteht wieder die Möglichkeit, einer Wegspur nach rechts zu folgen und nun den Zwölferkopf zu besteigen. Der Hauptweg folgt jedoch dem breiten, aussichtsreichen Bergkamm nach Osten und führt uns auf den wenig ausgeprägten höchsten Punkt des Zirmgrates (1293 m). An dieser Stelle beginnt der Abstieg durch den teils dichten Wald, der uns bald rechts des Kammes auf österreichischer Seite zu einer Wegkreuzung hinableitet. Hier kommt von links die kürzere Wegvariante von Roßmoos herauf. Geradeaus folgt der rot markierte Hauptweg im Auf und Ab dem Kamm. Schöner und einfacher zu begehen ist jedoch der Weg zur Salober Alm.

Baden im Alatsee

Dazu durchqueren wir an der Wegkreuzung den Zaun, der links bleibt. Ohne große Mühe führt uns das Weglein teils über aussichtsreiche Almflächen zur bewirtschafteten Salober-Alm. Wir folgen von der Alm der breiten Kiesstraße nach links und bald schon geht der Blick hinab zur Wasserfläche des Alatsees.
Auf einem als »Friedrichsweg« ausgeschilderten Steig lässt sich eine Kehre der Schotterstraße abkürzen, ehe sie uns bis an das Seeufer hinabführt.
Wir wenden uns nach links und erreichen nach kurzer Strecke die Parkplätze an der Zufahrtsstraße zum Alatsee. Ganz in der Nähe liegen am Nordufer des Sees die besten, am meisten von der Sonne verwöhnten Badeplätze. Vor den giftigen roten Algen muss man keine Angst haben, denn ihr Lebensraum ist nur in der Tiefe des Sees. Doch ein wenig abgehärtet sollte man schon sein, denn so richtig warm wird das Wasser des Alatsees auch im Sommer nicht.

Burghotel Falkenstein und Salober-Alm

Das Burghotel Falkenstein auf der Salober-Alm

Das »Burghotel Falkenstein « (Tel. 08363/ 914 35 40) ist eine der feinsten Adressen rund um Pfronten. Auf der Aussichtsterrasse sind aber auch verschwitzte Wanderer willkommen. Auf der Salober-Alm (Tel. +43/(0) 5677/87 88), die oberhalb des Alatsees schon auf österreichischem Gebiet steht, kann man sich am Ende der langen Tour mit deftigen Gerichten stärken.

Wanderkarte zur Ruine

Infos zur Wanderung Alatsee Ruine Falkenstein

Wegverlauf Alatsee – Weißensee – Roßmoos – Ruine Falkenstein – Alatsee
Charakter Auf Wirtschaftswegen und schmalen Steigen über den aussichtsreichen Bergkamm, der das Ostallgäu vom österreichischen Vilstal trennt. Sowohl der kühle und geheimnisvolle Alatsee als auch der heitere Weißensee bieten herrliche Bademöglichkeiten. Zusätzlich ist ein einfacher und kurzer Abstecher zu der auf steilem Felsen aufragenden Burgruine Falkenstein empfehlenswert.
Ausgangs- und Endpunkt Der Parkplatz am Alatsee. Bei Anfahrt mit dem Bus startet man am besten im westlich des Weißensees an der B 310 gelegenen Dorf Roßmoos und wählt als Zielort das direkt am Weißensee gelegene Oberkirch.
Anfahrt Mit dem Pkw auf der B 310, die Füssen mit Pfronten verbindet, bis zum Ostufer des Weißensees und von dort auf schmaler, ausgeschilderter Straße aufwärts zum Parkplatz am Alatsee. Mit dem Bus von Füssen, Pfronten oder Nesselwang bis zur Haltestelle Roßmoos an der B 310 und wenige Meter aufwärts zur Brücke, die die Bundesstraße überspannt und über die die beschriebene Tour verläuft. Für die Rückfahrt kann man schon in Oberkirch den Bus nehmen.
Gehzeiten Alatsee – Weißensee 0.15 Std. – Burgruine Falkenstein 2 Std. – Alatsee 1.15 Std.
Beste Jahreszeit Juni bis Oktober
Karte Topografische Karte 1:50 000 des Bayer. Landesvermessungsamtes, Blatt Füssen.
Einkehr Am Alatsee, in der Ruine Falkenstein und in der Salober-Alm oberhalb des Alatsees.
Informationen Füssen Tourismus, Kaiser-Maximilian- Platz 1, 87629 Füssen, Tel. 08362/938 50, Fax 08362/93 85 20, E-Mail: tourismus@fuessen.de, www.stadt-fuessen.de
Dieser Beitrag wurde in Wanderwege veröffentlicht. Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen. Kommentieren oder einen Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder weitergegeben. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Sie können diese HTML-Tags und -Attribute verwenden <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*
*