Wandern wie der Märchenkönig – Neuschwanstein und Alpsee

Diese Wanderung beginnt an einer der meistbesuchten Touristenattraktionen Deutschlands. Von Japan bis nach Amerika steht Schloss Neuschwanstein als Symbol für das romantische Deutschland und so mögen die großen Parkplätze, die zahlreichen Reisebusse und Pferdekutschen und das babylonische Sprachgewirr am Fuß der Königsschlösser kaum verwundern. Umso überraschender ist jedoch immer wieder die Erfahrung, dass nicht allzu weit entfernt von solchen Touristenmagneten stille und fast unberührte Landschaften auf ihre Erkundung warten.

Der Alpsee mit Säuling und Tegelberg - Alpsee Wandern

Blick auf Säuling und Tegelberg

Die Wanderung Neuschwanstein und Alpsee auf einen Blick

2
Schwierigkeit
3 Std.
Gehzeit
9 km
Länge
je 300 Hm
Höhendifferenz

Wandern vom Märchenschloss zum Alpsee

Bergsee und Königsschlösser Ein enges Tal, das einstmals die Eiszeitgletscher in die Berge schürften, zwängt sich zwischen die Felskuppen, auf denen die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau thronen. Unvermittelt öffnet sich dieses Tal zu dem weiten Kessel, in dem der malerische Alpsee liegt. Folgt man seinem Ufer, lässt man bald den Touristenrummel an den Königsschlössern hinter sich und kann ungestört die stille Schönheit dieser Landschaft genießen.

Zum Lieblingsplatz der Königin

Schloss Hohenschwangau

Alpsee Wandern – bezaubernder Garten von Schloss Hohenschangau

Vom großen Parkplatz in Hohenschwangau wandern wir geradewegs auf der breiten Teerstraße durch das Tal, das sich zwischen den Schlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau nach Südwesten zwängt.

Rechts führt ein kurzer Abstecher hinauf zum malerischen Schloss Hohenschwangau, von dessen Gartenanlage sich ein herrlicher Blick zum Alpsee bietet. Vorbei an Hotels, Souvenirläden und Parkplätzen erreichen wir nach wenigen Minuten das Ufer des Alpsees, dessen blaue Wasserfläche sich zwischen die steilen Waldhänge schmiegt.

Wandern am Ufer des Alpsee

Wir halten uns rechts und folgen einer schmalen Teerstraße. Die Fahrstraße hinauf zum Schloss Hohenschwangau bleibt bald rechts und nach einem Anstieg, der uns an einer Felswand entlangführt, biegen wir links auf den Wanderweg ein. Die Touristenmassen haben wir nun schon hinter uns gelassen und nur mit wenigen anderen zusammen müssen wir uns den Blick teilen, der von einem Aussichtspunkt über das Steilufer hinab zum See geht. Vom Aussichtspunkt folgen wir der Beschilderung des Seerundweges nach rechts. Der wundervolle Weg, auf dem wir nur noch selten auf andere Wanderer treffen, führt anfangs hoch über dem See entlang. Nach und nach steigt er zum Ufer hinab und führt uns um das Westende des Sees zum Marienmonument, von dem sich ein herrlicher Blick über den Alpsee nach Neuschwanstein bietet. Es erinnert an Marie Friederike, die Frau des Bayernkönigs Max II. und Mutter des Märchenkönigs Ludwig II.

Hier war einer der Lieblingsplätze der Königin, die die Ruhe in der Natur suchte. Wir folgen weiterhin dem Uferweg, der uns bald als Holzsteg am felsigen Steilufer entlangführt und uns anschließend zu einer Wegkreuzung an einer mit Schilf umstandenen Bucht bringt. Folgt man hier weiter dem Seeufer, kann man an der Badeanstalt vorbei schnell zum Ausgangspunkt zurückwandern. Gerade für heiße Sommertage, an denen man eine Abkühlung im klaren Alpsee sucht oder für Familien mit kleineren Kindern bietet sich diese Kurzvariante an.

Am Israelit vorbei zur Marienbuche

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Der Mariensteg über der Pöllatschlucht

Durch die Waldhänge nach Neuschwanstein Wir haben allerdings eine längere Rundtour vor und wollen die einsamen Waldhänge südlich des Alpsees erkunden. So biegen wir vom Seeufer scharf rechts auf einen Wirtschaftsweg, der durch den Wald ansteigt. Bald wechseln wir an seinem Ende rechts haltend auf einen schmalen Wanderweg und erreichen nach kurzer Strecke die eindrucksvollen Wände am so genannten »Israelit«, in denen Bohrhaken die Linien anspruchsvoller Sportkletterrouten markieren. Der Weg führt uns an den Steilwänden entlang aufwärts zu einer Weggabelung. Biegt man auf den linken Weg ein und hält sich später rechts, kann man auf kürzerem Weg zur Marienbuche am Lobatboden aufsteigen.

Wir folgen jedoch dem wundervollen Gnomensteig geradewegs aufwärts, der sich durch den Waldhang nach oben schlängelt. An der Wegkreuzung am oberen Ende der Felsen halten wir uns links. Der schmale Weg führt uns in weiten Bögen durch den Waldhang aufwärts, biegt dann nach links ein und geht am linken Rand einer Talmulde zu einem Forstweg. Auf der bald breiten Forststraße wandern wir geradewegs zur nahen Marienbuche am Lobatboden.

Durch die Pällatschlucht zum Schloss Neuschwanstein

Wir folgen weiterhin der breiten Forststraße, die noch kurz ansteigt und uns dann bergab zu einer Weggabelung führt. Wir wechseln rechts auf einen schmaleren Forstweg, der nach einem sanften Anstieg geradewegs in einen Steig übergeht. Er leitet uns in gleich bleibender Höhe durch den steilen Waldhang. Mehrmals sind harmlose Schuttrinnen zu überqueren, bis wir am Fuß steiler Felsabbrüche auf die Straße treffen, auf der die Touristenbusse zum Schloss Neuschwanstein hinauffahren. Wir bleiben hier am besten noch auf dem schmalen Steig, der wenige Meter oberhalb der Straße durch den Hang steil nach oben führt. Bald queren wir auf einem Steg einen steil abfallenden, felsigen Wildbachtobel und wandern dann eben zu einer breiten Forststraße. Auf ihr geht es links abwärts zur nahen Straßenkreuzung, an der die Fahrgäste der Neuschwansteinbusse aussteigen.

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Engste Stelle der Pöllatschlucht

Von dort folgen wir dem viel begangenen Teerweg abwärts. Bald führt rechts ein Abstecher zur Marienbrücke, die in atemberaubender Höhe die Pöllatschlucht überspannt und einen herrlichen Blick auf das nahe Schloss Neuschwanstein bietet, zu dem der Teerweg steil abwärtsführt.

Durch die Pöllatschlucht Vor dem hoch aufragenden Schloss biegen wir rechts in den Treppenweg, der in das Tal der Pöllat hinabführt. Bald geht der Blick hinauf zum rauschenden Wasserfall, über dem sich auf dem zerbrechlich wirkenden Mariensteg zahlreiche Touristen drängen. Der Weg folgt nun der Pöllat, die zur Rast einlädt. Doch bald wird es wieder enger und das Flüsschen rauscht in schäumenden Kaskaden zu Tal.

Auf einem schmalen, luftigen Steg, der in den glatten Felswänden verankert ist, durchqueren wir den wildromantischen untersten Abschnitt der Schlucht, ehe uns der Weg zur ehemaligen Gipsmühle am Ausgang des Tales bringt. Neben den verfallenden Gebäuden treffen wir auf einen breiten Fahrweg, dem wir nach links folgen. Auf ihm nach links und nach kurzer Strecke links auf einem parallel verlaufenden Wanderweg am Fuß des Schlossbergs entlang, bis wir auf den geteerten Fußweg zum Schloss Neuschwanstein treffen. Er führt uns rechts zum nahen Parkplatz in Hohenschwangau zurück.

Wanderkarte Neuschwanstein und Alpsee

Alpsee Wandern - Wanderkarte

Alpsee Wandern – Wanderkarte

Infos zur Wanderung Neuschwanstein und Alpsee

Wegverlauf Hohenschwangau – Alpsee – Israelit – Marienbuche – Neuschwanstein – Pöllatschlucht – Hohenschwangau
Charakter Eine einfache Wanderung auf breiten Wanderwegen und schmalen Waldsteigen, die herrliche Blicke zu den Königsschlössern und auf den Alpsee bietet. Schon nach wenigen Minuten lässt man den Touristenrummel an den Königsschlössern hinter sich und wandert vor allem südlich des Sees auf einsamen Waldwegen. Die schattigen Wege bieten eine erholsame Wanderung für heiße Sommertage und führen zum Schloss Neuschwanstein und der eindrucksvollen Pöllatschlucht. Folgt man nur dem Ufer des Alpsees, wird die Tour deutlich verkürzt und bietet eine Bademöglichkeit.
Ausgangs- und Endpunkt Der große Parkplatz in Hohenschwangau am Fuß von Schloss Neuschwanstein.
Anfahrt Mehrere beschilderte Zufahrtsstraßen, die bei Schwangau von der B 17 (Romantische Straße) nach Süden zum Parkplatz in Hohenschwangau abzweigen. In Hohenschwangau Haltestelle der Buslinie Füssen (Bahnstation)–Steingaden.
Gehzeiten Hohenschwangau – Marienbuche 1.30 Std. – Neuschwanstein 1.15 Std. – Hohenschwan- gau 0.15 Std.
Beste Jahreszeit Frühjahr bis Spätherbst
Karte Topografische Karte 1:50 000 des Bayer. Landesvermessungsamtes, Blatt Füssen.
Einkehr In Hohenschwangau.
Informationen Tourist Information Schwangau, Münchner Str. 2, 87645 Schwangau, Tel. 08362/819 80, Fax 08362/81 98 25, E-Mail: info@schwangau.de, www.schwangau.de.
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  • Der Autor

    Bernhard Irlinger

    Bernhard Irlinger

  • Autorenbiographie

    Bernhard Irlinger arbeitet als freier Journalist. Neben der sportlichen Betätigung in freier Natur gilt sein Interesse der Kultur und Geschichte vor allem Europas. in der Reihe Bruckmanns Wanderführer hat er mehrer Bände zum Allgäu und zu Schottland veröffentlicht. Außerdem liegen dieverse Radführer vor.

  • Autorenzitat

    Das Allgäu bietet Dank seiner landschaftlichen Vielfalt eine breite Palette unterschiedlichster Tourenmöglichkeiten, wie man sie im Alpenraum nur ganz selten findet.

  • Mein Buch zum Blog

    genusswandern-allgaeu
    Genusswandern Allgäu
    40 Familientouren in wunderschöner Berglandschaft
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